Mietkaution 💲 Wie funktioniert das mit der Mietsicherheit? 🔒

Mietkaution 💲 Wie funktioniert das mit der Mietsicherheit? 🔒

Der Umzug in eine neue Wohnung ist ohnehin nicht gerade günstig und die Umzugskosten stellen eine nicht unerhebliche finanzielle Belastung dar. Renovierungsarbeiten, Umzugsunternehmen, neue Möbel – das alles geht ins Geld. Hinzu kommt die Mietkaution, die der neue Vermieter fast immer verlangt. Damit sichert er sich gegenüber Mietschäden und -schulden ab. Erfahre nachfolgend,

  • in welcher Höhe sie normalerweise zu hinterlegen ist,
  • wie sie genau funktioniert,
  • ob sie verpflichtend ist
  • sowie die Antwort auf noch einige Fragen mehr.
mietkaution
Die Hinterlegung der Mietkaution dient Deinem Vermieter zur Absicherung für den Fall, dass Du beim Auszug Mietschulden aufweisen oder die Wohnung nicht im vereinbarten Zustand hinterlassen solltest.

 

Inhaltsverzeichnis:

  1. Wie funktioniert das mit der Mietkaution?
  2. Ist eine Mietkaution Pflicht – und falls ja, welche Höhe ist üblich?
  3. In welcher Form kann eine Mietsicherheit hinterlegt werden?
  4. Wie wird das Mietkautionskonto eingerichtet?
  5. Kann der Vermieter die Kaution einbehalten?
  6. Wie lange hat der Vermieter Zeit, die Mietkaution zurückzuzahlen?
  7. Alternative Formen der Mietsicherheit
  8. Was kostet eine Mietkautionsbürgschaft bei einer Bank oder Versicherung?
  9. Kann der Vermieter eine Mietkautionsversicherung oder eine Bankbürgschaft ablehnen?

 

1. Wie funktioniert das mit der Mietkaution? 🤔

Mit der Mietkaution sichert sich Dein Vermieter gegen finanzielle Unsicherheiten ab, die eventuell während der Vertragslaufzeit eintreten, wie vor allem:

  • Mietrückstände.
  • Nachforderungen von Betriebskosten.
  • Schäden in der Wohnung, die von Dir verursacht wurden.

Die Kaution dient somit als Sicherheit für zukünftige Ansprüche gegen Dich. Hinterlässt Du die Wohnung, wie es im Mietvertrag gefordert ist, und hast außerdem keine Mietschulden, muss Dir die Kaution am Ende des Mietverhältnisses in vollem Umfang zurückerstattet werden.

2. Ist eine Mietkaution Pflicht – und falls ja, welche Höhe ist üblich? ⚖️

Zum Inhaltsverzeichnis

Die Mietkaution ist üblich, jedoch nicht gesetzlich vorgeschrieben. Der Vermieter hat also keinen gesetzlichen Anspruch darauf. Die Hinterlegung kann er nur fordern, falls im Mietvertrag eine entsprechende Vereinbarung getroffen wurde. Die Höhe der Mietkaution darf sich laut des Bürgerlichen Gesetzbuches auf maximal drei Nettokaltmieten belaufen – das heißt, ohne Nebenkosten. Du bist berechtigt, die Kaution in Raten zu zahlen:

  • Die erste Rate zu Beginn des Mietverhältnisses,
  • die nächste zusammen mit der zweiten Mietzahlung
  • und die letzte mit der dritten Miete.

3. In welcher Form kann eine Mietsicherheit hinterlegt werden? 💶

Zum Inhaltsverzeichnis

Für die Hinterlegung der Kaution bestehen verschiedene Möglichkeiten. Zuerst einmal kannst Du sie in bar übergeben (Barkaution) oder überweisen. In diesem Falls solltest darauf achten, dass Du einen Nachweis erhältst und die Kaution korrekt verwaltet wird.

Meist legt der Vermieter bei einem Kreditinstitut zum marktüblichen Zinssatz und mit einer dreimonatigen Kündigungsfrist ein Sparkonto für die Kaution an. Diese Einrichtung muss anhand eines Sonderkontos – wie z. B. einem Treuhandkonto – getrennt vom übrigen Vermögen erfolgen. Das soll verhindern, dass die Kaution bei einer eventuellen Insolvenz des Vermieters verloren geht, denn somit ist sie vor einem Zugriff durch Gläubiger geschützt. Neben der Mietkaution stehen auch die Zinserträge nur dem Mieter zu.

Hier mehr über unsere YouChange-Umzugs-App erfahren

Alternativen sind ein Mietkautionskonto mit Sperrvermerk oder ein Sparbuch des Mieters, das dem Vermieter gepfändet wird. Das Guthaben wird nach dem Auszug aus der Wohnung an Dich ausgezahlt, falls keine Ansprüche bestehen. Die Freigabe des Vermieters ist hierfür allerdings erforderlich. Weitere Möglichkeiten sind eine Bankbürgschaft oder eine Kautionsversicherung – doch dazu später mehr.

4. Wie wird das Mietkautionskonto eingerichtet? 🏦

Zum Inhaltsverzeichnis

Meist ist es so vorgesehen, dass Du die Kaution auf ein extra Konto des Vermieters überweist, welches lediglich dafür angelegt wurde. Der Vermieter darf den Geldbetrag nicht ausgeben. Eröffnest Du selber bei Deiner Bank ein Mietkautionskonto, das als Sicherheit an den Vermieter verpfändet wird, benötigst Du die üblichen Dokumente:

  • Ein gültiges Ausweisdokument wie den Personalausweis,
  • Deine Steuer-Identifikationsnummer,
  • sowie gegebenenfalls den Mietvertrag.

Auf das Konto zahlst Du danach die Kautionssumme ein und fragst bei der Bank die Verpfändungserklärung an, welche Du an den Vermieter übergibt. Von dem Mietkautionskonto sind in weiterer Folge Abhebungen nur mit der gleichzeitigen Zustimmung des Mieters und Vermieters möglich.

5. Kann der Vermieter die Kaution einbehalten? 💸

Zum Inhaltsverzeichnis

Der Vermieter muss Dir die Mietkaution nebst eventuellen Zinsen vollständig zurückzahlen, wenn Du ausgezogen bist und er Dir gegenüber keine Ansprüche mehr hat. Er darf sie nicht behalten und auch abweichende Vereinbarungen sind nicht zulässig. Eine Ausnahme bilden lediglich berechtigte Forderungen,

  • falls Du beispielsweise Mietschulden hast,
  • der Vermieter bei Deinem Auszug Schäden an der Wohnung feststellt
  • oder Du vertraglich vereinbarte Schönheitsreparaturen nicht durchgeführt hast.

In diesem Fall kann der Vermieter die Mietkaution teilweise oder komplett einbehalten, um diese auszugleichen.

mietsicherheit
Nur, falls Du Deine Wohnung im renovierungswürdigen Zustand oder mit offenen Mietzahlungen verlässt, ist der Vermieter berechtigt diese Forderungen über die Mietkaution abzurechnen. Ansonsten muss er die komplette Mietsicherheit (inklusive Zinsen) wieder zurückgeben.

6. Wie lange hat der Vermieter Zeit, die Mietkaution zurückzuzahlen? 🕰

Zum Inhaltsverzeichnis

Nach Beendigung des Mietverhältnisses ist die Rückzahlung der Kaution fällig. Der Vermieter muss sie jedoch nicht sofort mit dem Auszug zahlen. Ihm wird eine „angemessene Frist“ eingeräumt, bei der es sich in der Regel um sechs, und in Zweifelsfällen um bis zu zwölf Monate, handelt. In diesem Zeitraum kann er prüfen, ob möglicherweise irgendwelche Ansprüche gegenüber dem Mieter bestehen.

Was tun, wenn man die Kaution nicht zurückbekommt?

Ist über ein Jahr Prüfungsfrist vergangen, solltest Du die Mietkaution schriftlich zurückfordern. Es besteht auch die Möglichkeit, sie vor Gericht einzuklagen. Wird sie nicht innerhalb von drei Jahren zurückgezahlt und Du selbst forderst sie nicht ein, verjährt sie. Du hast dann also keinen Rückzahlungsanspruch mehr.

7. Alternative Formen der Mietsicherheit 🛡

Es gibt unterschiedliche Arten der Mietsicherheit, bei denen Du die Kautionssumme nicht selbst zur Verfügung stellen musst:

7.1. Mietkautionsbürgschaft

Bei der Mietkautionsbürgschaft bieten Dritte die Absicherung an. Diese Variante eignet sich beispielsweise, wenn Du nicht in der Lage bist, die Kaution selbst aufzubringen. Sie ist durch Privatpersonen wie Familienmitglieder (private Kautionsbürgschaft) möglich, der jeweilige Bürge muss jedoch volljährig und von guter Bonität sein. Der Vermieter erhält in diesem Fall die Verpflichtungserklärung des Bürgen anstatt der eigentlichen Kaution. Dieser erklärt sich dazu bereit, für eventuell entstehende Forderungen aus dem Mietverhältnis aufzukommen. Hier darf die Höhe der Bürgschaft ebenso nur drei Monatsmieten betragen. Bei einer solchen privaten Mietkautionsbürgschaft handelt es sich oftmals um Ausfallbürgschaften. Sprich der Vermieter (Gläubiger) wendet sich mit seinen Forderungen zuerst an den Mieter (Schuldner). Nur für den Fall, dass dieser den Forderungen nicht nachkommen kann und der Rechtsweg bis hin zur Zwangsvollstreckung erfolglos bleibt, darf der Vermieter sich schließlich an den Bürgen wenden

7.2. Bankbürgschaft (Bankaval)

Zum Inhaltsverzeichnis

Funktioniert ähnlich wie eine private Kautionsbürgschaft, mit dem Unterschied, dass hier eine Bank für Deine Bonität bürgt und Du im Gegenzug eine monatliche oder jährliche Gebühr zahlst. Eine Rückerstattung von dieser erfolgt nicht.

Hier mehr über unsere YouChange-Umzugs-App erfahren

7.3. Mietkautionsversicherung

Eine weitere Möglichkeit ist die Mietkautionsversicherung. Hier ist die Mietsicherheit der Vertragsgegenstand, der zur Absicherung des Mietverhältnisses dient. Du zahlst als Mieter jährlich einen Beitrag an den Versicherer (welches Du klarerweise genauso wenig zurückbekommst) und musst dafür keine Mietkaution hinterlegen. Der Vermieter bekommt nur eine Bürgschaftsurkunde. Die Gesamtsumme darf auch hierbei maximal das Dreifache der Nettokaltmiete betragen.

Achtung: Sowohl bei einer Bankbürgschaft als auch einer Mietkautionsversicherung kommen oft noch zusätzliche Kosten wie z. B.

  • Kontoführungs-,
  • Erstellungs-
  • oder Bearbeitungsgebühren

hinzu. Außerdem deckt die Jahresgebür nur die Bürgschaft an sich ab. Falls bei Deinem Auszug Forderungen des Vermieters entstehen, welche die Bank oder Versicherung begleichen muss, dann holen sie sich diese in aller Regel wieder von Dir zurück. Besonders ungünstig ist dies, falls Du eine Bürgschaft auf erstes Anfordern (bei einer solchen selbstschuldnerischen Bürgschaft durchwegs die Regel) unterschrieben haben solltest. Bei einer solchen begleicht die Bank oder Versicherung die Forderungen des Vermieters ohne diese zu prüfen oder Dir die Möglichkeit zu einer Stellungnahme zu geben. Falls die Forderungen – und damit ebenso die Zahlung – unrechtmäßig waren, musst Du das Geld trotzdem zuerst an Deinen Bürgen auszahlen, um es danach über den (oftmals mühseligen) Rechtsweg von Deinem Vermieter zurückholen zu können.

8. Was kostet eine Mietkautionsbürgschaft bei einer Bank oder Versicherung? 💰

Zum Inhaltsverzeichnis

Bank: Die Mietkautionsbürgschaft ersetzt die Barkaution. Sie ist bei einer Kautionssumme von beispielsweise 1800 Euro (drei Mal 600 Euro Nettokaltmeite) und einem Mietvertrag von 2 Jahren schon ab 75 Euro pro Jahr erhältlich. Mit der Höhe der Mietkaution steigt dieser Betrag selbstverständlich, denn genau wie bei einem Ratenkredit wird das Ausfallsrisiko berechnet. Die Preise variieren zudem je nach Anbieter. Die Kautionsbürgschaft einer Bank ist in der Regel etwas günstiger, als diejenige einer Versicherung. Du musst aber kreditwürdig sein, sprich die Voraussetzungen für einen Bankkredit erfüllen. Und natürlich geht die Bankbürgschaft auf Kosten Deiner allgemeinen Kreditwürdigkeit bei

Versicherung: Musst Du als Mieter wie im vorigen Beispiel 1800 Euro für einen 2-Jahresmietvertrag als Mietsicherheit leisten, kostet Dir die Bürgschaft bei einem Versicherungsunternehmen im Durchschnitt zwischen 80 und 90 Euro pro Jahr. Mehr Informationen zum Thema sowie einen Vergleich der Anbieter erhältst Du in unserem Mietkautionsversicherungsvergleich.

9. Kann der Vermieter eine Mietkautionsversicherung oder eine Bankbürgschaft ablehnen? 👎

Zum Inhaltsverzeichnis

Vermieter verlangen oftmals Bargeld als Mietkaution. Nur, falls er einverstanden ist, funktioniert es auch mit der Kautionsversicherung oder Bankbürgschaft. Vereinfacht erklärt: Ein Sparbuch muss Dein Vermieter akzeptieren, während er andere Anlageformen ablehnen darf. Frage daher erst nach, bevor Du einen Vertrag für eine Bürgschaft abschließt. Die Gründe für eine Ablehnung können dabei unterschiedlicher Natur sein.

  • Der Vermieter kennt die Möglichkeit einer Bürgschaft gar nicht.
  • Ist skeptisch, dass der Mieter solvent ist, wenn er nicht einmal die Kaution aus eigener Kraft aufbringen kann.
  • Oder er sieht schlichtweg keine Vorteile zum klassischen Sparbuch.

Welches auch immer der Grund sein mag, eine Verpflichtung zur Annahme einer Bürgschaft hat Dein Vermieter wie bereits erwähnt nicht.

Damit sind wir am Ende unseres Ratgebers zum Thema „Mietkaution: Wie funktioniert das mit der Mietsicherheit?“ angelangt. Wir hoffen, dass wir all Deine Fragen beantworten konnten. Falls nicht, dann hinterlasse uns gerne ein Kommentar oder schreibe uns eine Mail. 

Übrigens: Mit unserer YouChange-Umzugsapp werden alle Deine Vertragspartner automatisch über Deine Adress- oder Namensänderungen informiert. Dadurch hast Du keinen unnötigen Zeitaufwand mit dem Ummelden, vergisst niemand zu benachrichtigen und ersparst Dir neben Zeit vor allem Ärger. YouChange: Umziehen – einfach digital! Solltest Du noch Fragen zu unserem Service haben, kannst Du hier unsere FAQ nachlesen – oder uns direkt eine Nachricht schreiben.

JETZT STARTEN

Kommentar schreiben