ᐅ Sonderurlaub bei Umzug 📦 Gibt es einen Urlaubsanpruch für den Wohnungswechsel? 🛠

ᐅ Sonderurlaub bei Umzug 📦 Gibt es einen Urlaubsanpruch für den Wohnungswechsel? 🛠

Ein Umzug ist aufwändig und stressig – vor allem, wenn er in Eigenregie durchgeführt wird. Die Wohnungssuche, Wohnungsbesichtigungen, Umzugsplanung sowie der Umzug selbst – und nicht zu vergesseb die Behördenwege im Nachlauf (Wohnsitz ummelden am Einwohnermeldeamt, Kfz-Zulassungsstelle) erfordern viel Organisation, Zeit und manchmal auch Nerven – ganz zu Schweigen von den nicht unerheblichen Umzugskosten. Umso wichtiger ist es, zumindest ein paar Tage frei zu haben, um sich in Ruhe um alles kümmern zu können. Denn ein Wochenende genügt meist nicht, um ihn gänzlich zu erledigen. Doch wie sieht es aus: Besteht ein Recht auf Sonderurlaub für Umzug? Oder musst Du Dir auf Kosten Deines Jahresurlaubs frei nehmen? In diesem Beitrag erfährst Du, wie die gesetzlichen Regelungen dazu aussehen und wie viele freie Tage es maximal für einen Umzug gibt.

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Obwohl ein Wohnungswechsel ein größeres Projekt ist (alleine schon wegen dem Packen für den Umzug), welches einen nicht unerheblichen Zeitaufwand darstellt, steht Dir dafür laut Bundesurlaubsgesetz kein Sonderurlaub zu. Schau deshalb in Deinem Arbeits- oder Tarifvertrag bzw. in den Betriebsvereinbarungen nach, ob Dir ein oder zwei Umzugstage zustehen.

 

Inhaltsverzeichnis:

    1. Wie viele Tage Urlaub stehen mir bei einem Umzug zu?
    2. Ist ein Umzugstag gesetzlich geregelt?
    3. Wann bekommt man einen Umzugstag?
    4. Wie schreibt man einen Antrag auf Sonderurlaub?
    5. 5. Gibt es ein Anrecht auf unbezahlten Urlaub, falls man keinen Resturlaub mehr hat?

 

1. Wie viele Tage Urlaub stehen mir bei einem Umzug zu? 📆

Ein Wohnungswechsel bedeutet viel Arbeit, Zeitaufwand und Stress. Kartons müssen gepackt, Möbel demontiert, transportiert und danach wieder aufgebaut werden. Dies alles ist an einem Tag oder Wochenende in der Regel nicht zu bewältigen. Entgegen der weit verbreiteten Meinung besteht laut Arbeitsrecht jedoch kein Urlaubsanspruch bei Umzug, solange dies im Tarif- oder Arbeitsvertrag bzw. in der Betriebsvereinbarung nicht anderweitig geregelt ist.

Falls Dir vertraglich kein Sonderurlaub zustehen sollte, steht es Dir immer noch offen, diesen trotzdem anzusuchen. Ist Dein Verhältnis zu Deinem Chef gut und erlaubt es die derzeitige Betriebssituation, dann sollte er in Dir gewähren. Ansonsten kannst Du auch anbieten die freien Tage über Überstunden auszugleichen. Sollte alles bisher aufgezählte nicht möglich sein, dann kannst Du immer noch Urlaub nehmen – entweder bezahlten (falls Du noch Urlaubstage für das laufende Jahr übrig haben solltest) oder im Notfall unbezahlten. Ein Anrecht auf unbezahlten Urlaub besteht allerdings genauso wenig, sodass auch dieser extra angesucht werden muss.

2. Ist ein Umzugstag gesetzlich geregelt? ⚖️

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Ein gesetzlicher Anspruch auf Umzugsurlaub existiert laut § 616 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) nicht. Dabei spielt es keine Rolle, ob es eine Voll- oder Teilzeitstelle ist. Der Anspruch auf Sonderurlaub im Allgemeinen bezieht sich auf den Paragraphen 616 des BGB. Dieser sagt aus, wann Arbeitnehmer bei Nichterscheinen auf der Arbeit bezahlt werden müssen.

  1. Das unverschuldete Fernbleiben muss dabei erstens mit ihm selbst zu tun haben,
  2. sowie zweitens nicht von ihm selbst verschuldet sein
  3. und drittens lediglich eine unerhebliche Zeit dauern.

Er ist zum Beispiel krank und somit vorübergehend arbeitsunfähig. Ein Umzug hingegen ist kein Grund, denn der Arbeitnehmer hat diesen selbst veranlasst. Hierfür gibt es demzufolge kein gesetzlich verankertes Anrecht auf Sonderurlaub. Bei einem berufsbedingten Wohnortswechsel (z. B. aufgrund einer Versetzung) steht dem Arbeitnehmer hingegen Sonderurlaub zu. Gewährt wird dieser außerdem auch noch, falls dies im Arbeits- oder Tarifvertrag bzw. einer Betriebsvereinbarung festgehalten ist. Dabei liegt die Anzahl der Sonderurlaubstage für den Wohnungswechsel in der Regel zwischen einem und zwei Tagen.

Wann gibt es Sonderurlaub?

Unter gewissen Voraussetzungen gibt es Anspruch auf bezahlten Sonderurlaub. Zu den möglichen Gründen gehören:

  • Todesfälle in der Familie und Verwandtschaft,
  • Geburt eines Kindes,
  • Erkrankung eines Kindes (jünger als 12 Jahre), falls es im Haushalt keine andere Betreuungsperson gibt.

Wie Du siehst, zählt der Umzug nicht dazu. Anders verhält es sich, wenn er aus betrieblichen Gründen erfolgt und während der Arbeitszeit erforderlich ist. Beispielsweise aufgrund einer Versetzung innerhalb eines Unternehmens. Der berufsbedingte Umzug wird als vorübergehende Verhinderung gewertet. Hier kann der Mitarbeiter von der Arbeit fernbleiben – und dass bei vollem Gehalt.

Öffentlicher Dienst: Haben Beamte ein Anrecht auf Sonderurlaub für Umzug?

Beamte haben bei einem privaten Umzug genauso kein Anrecht auf Sonderurlaub. Sie werden diesen üblicherweise in ihrem Erholungsurlaub durchführen müssen. Bei einem dienstlichen Umzug gelten jedoch andere Regeln. Hier haben Beamte, genau wie andere Arbeitnehmer, einen Urlaubsanspruch bei Umzug. Dieser umfasst in der Regel einen Tag. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn sie den Dienstort wechseln müssen.

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3. Wann bekommt man einen Umzugstag? 🤔

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Ein Blick in den Arbeits- oder Tarifvertrag bzw. die Betriebsvereinbarungen schafft Klarheit darüber, ob bei einem Umzug Anspruch auf Sonderurlaub besteht. Falls ja, dann sind entsprechende Regelungen hier enthalten. In den folgenden Tarifverträgen ist eine solche Freistellung zum Beispiel geregelt:

  • Beschäftigte im Baugewerbe haben laut Rahmentarifvertrag je Kalenderjahr Anspruch auf zwei Sonderurlaubstage für einen privaten Umzug.
  • Arbeitnehmern der Metall- und Elektroindustrie in Hessen steht gemäß Manteltarifvertrag ein bezahlter Urlaubstag pro Jahr für ihren Umzug zu.
  • In der Chemiebranche wird den Mitarbeitern laut Manteltarifvertrag ein Tag Sonderurlaub für den Umzug gewährt.
  • In Nordrhein-Westfalen erhalten Beschäftigte des Einzelhandels zwei Tage bezahlten Urlaub für den Umzug.

Der Anspruch auf Sonderurlaub kann jedoch an gewisse Bedingungen geknüpft sein, sprich die Verträge und Geltungsbereiche können variieren, sodass nicht jeder Arbeitnehmer den vertraglichen Regelungen unterliegt. Falls Du Dir nicht sicher sein solltest, ob Du Anspruch auf Umzugsurlaub hast, frage bei Deinem Betriebsrat oder Vorgesetzten nach.

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Auch, wenn man nach der geschafften Übersiedlung am liebsten ins Bett fallen möchte, um drei Tage durchzuschlafen – einen Urlaubsanspruch (oder Sonderurlaub) bei Umzug ist im Bundesurlaubsgesetz nicht vorgesehen.

Auch für den Fall, dass Du kein Anrecht auf Sonderurlaub hast, kannst Du durch diplomatisches Vorgehen durchwegs eine Freistellung erreichen. Die meisten Chefs lassen mit sich reden, denn in der Regel wissen sie, wie viel Zeit ein Umzug in Anspruch nimmt. Bei Mitarbeitern, die nur selten krankgeschrieben sind und zuverlässig arbeiten, ist die Chance besonders groß. Du kannst genauso anbieten, dass Du die freien Tage mit Überstunden abarbeitest. So zeigst Du Dich kompromissbereit und bietest pragmatische Lösungen an.

4. Wie schreibt man einen Antrag auf Sonderurlaub? 📝

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Stelle den Antrag auf gesonderten Urlaub für den Umzug so zeitig wie möglich (jedoch zumindest 14 Tage vor dem gewünschten Termin). Ob Du hierfür einen speziellen Urlaubsantrag ausfüllen musst oder eine formlose schriftliche oder mündliche Ankündigung genügt, hängt vom jeweiligen Unternehmen und dessen Größe ab. Auskunft hierüber erhältst Du in der Personalabteilung. Ein offizielles und allgemeingültiges Formular existiert nicht. Falls Du es selbst aufsetzen möchtest, gehe dabei folgendermaßen vor:

  • Links oben schreibst Du Deinen Namen, Deine Anschrift sowie für eine rasche Zuordnung die Abteilung und Personalnummer, falls Du eine solche besitzt.
  • Darunter (ebenfalls auf der linken Seite) notierst Du die Adresse Deiner Firma. Falls es einen zuständigen Sachbearbeiter gibt und Du dessen Namen kennen solltest, dann notierst Du diesen hier ebenso.
  • Dann folgt rechts Ort und Datum.
  • Darunter (wiederum links) folgt die Betreffzeile: „Antrag auf Sonderurlaub für den Umzug“.
  • Danach kommen die Anrede und der Text, in dem Du Deinen Wunsch auf Sonderurlaub zum Ausdruck bringst, ihn begründest und mitteilst, wann Du gerne wie viele freie Tage frei hättest. Falls Du den Namen des Sachbearbeiters kennst, dann richte das Schreiben mittels einer persönlichen Anrede auch direkt an diesen.
  • Bitte zum Abschluss um eine Rückmeldung bis zu einem gewissen Termin und unterschreibe den Antrag eigenhändig.

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Wann muss ich meinem Arbeitgeber meinen bevorstehenden Umzug melden?

Urlaubsanträge müssen mindestens 14 Tage vor Urlaubsantritt eingereicht werden – in den einzelnen Unternehmen, kann es dazu aber abweichende Vereinbarungen und Regelungen geben. Danach sollte der Antrag innerhalb von sieben bis zehn Tagen vom Arbeitgeber beantwortet werden. Eine gesetzliche Verpflichtung bzw. Frist gibt es hierzu jedoch nicht.

Achtung: Keine Antwort bedeutet nicht automatisch eine Genehmigung. Frage bei fehlender Antwort noch einmal nach, bevor Du Dich in den Urlaub verabschiedest. Ein Fernbleiben von der Arbeit ohne Bewilligung des Arbeitgebers gilt als unentschuldigtes Fehlen am Arbeitsplatz bzw. Leistungsverweigerung und kann arbeitsrechtliche Folgen bis hin zur Kündigung haben. Sobald der Urlaub allerdings genehmigt wurde, ist er für beide Seiten verbindlich.

5. Gibt es ein Anrecht auf unbezahlten Urlaub, falls man keinen Resturlaub mehr hat?🤷

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Falls es laut Arbeits- bzw. Tarifvertrag keinen Sonderurlaub gibt, die Urlaubstage für das aktuelle Jahr jedoch bereits aufgebracht sind, stellt sich die Frage, ob laut Bundesurlaubsgesetz die Möglichkeit besteht, eine unbezahlte Freistellung für Urlaubstage zu beanspruchen. Du musst in dieser Zeit nicht arbeiten, erhältst aber auch kein Einkommen. Es gibt vom Gesetzgeber her keinen Anspruch auf unbezahlten Urlaub, sodass dessen Erteilung im Ermessen des Arbeitgebers liegt.

Die meisten Unternehmen haben allerdings dafür Verständnis und werden der Bitte nachkommen. Schildere die Lage daher höflich. Es ist immer wichtig, die Absprache schriftlich zu vereinbaren, um Missverständnisse auszuschließen. Sonst könnte das Einverständnis für einen unbezahlten Urlaub vielleicht irgendwann in Frage gestellt werden. Lehnt Dein Chef den Antrag ab, musst Du bei der Arbeit erscheinen. Ansonsten könnte dies als Arbeitsverweigerung gewertet werden, was einen Kündigungsgrund darstellt.

Damit sind wir am Ende unseres Ratgebers zum Thema „Sonderurlaub bei Umzug: Hast Du ein Anrecht auf einen Umzugstag?“ angelangt. Wir hoffen, dass wir all Deine Fragen beantworten konnten. Falls nicht, dann hinterlasse uns gerne ein Kommentar oder schreibe uns eine Mail.

Übrigens: Mit unserer YouChange-Umzugsapp werden alle Deine Vertragspartner automatisch über Deine Adress- oder Namensänderungen informiert. Dadurch hast Du keinen unnötigen Zeitaufwand mit dem Ummelden, vergisst niemand zu benachrichtigen und ersparst Dir neben Zeit vor allem Ärger. YouChange: Umziehen – einfach digital! Solltest Du noch Fragen zu unserem Service haben, kannst Du hier unsere FAQ nachlesen – oder uns direkt eine Nachricht schreiben.

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